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Wissen

Ernährung bei Gestationsdiabetes: Was die Leitlinie empfiehlt

Bero Klahr

Nach der Diagnose Gestationsdiabetes ist Ernährungsberatung meist der erste Termin, der ansteht, noch vor jeder Frage zu Insulin. Das ist kein Zufall: Ernährungsanpassung ist die Basistherapie, mit der laut DDG-Praxisempfehlung die meisten Frauen ihre Blutzuckerwerte in den Zielbereich bringen.

Warum Ernährung im Zentrum steht

Ziel der Ernährungstherapie ist es, normnahe Blutzuckerwerte zu erreichen, Ketose und Unterzuckerungen zu vermeiden, eine angemessene Gewichtszunahme zu unterstützen und ein normales fetales Wachstum zu ermöglichen. Wichtig: Die Empfehlungen sind laut Leitlinie individuell anzupassen, an Essgewohnheiten, Tagesrhythmus, Gewicht und soziokulturellen Hintergrund. Es gibt keinen einzelnen "GDM-Ernährungsplan", der für alle gleich funktioniert.

Wie sich die Nährstoffe verteilen sollten

Als grobe Orientierung nennt die Leitlinie:

  • Kohlenhydrate: 40 bis 50 Prozent der Energiezufuhr, nicht unter 40 Prozent
  • Eiweiß: etwa 20 Prozent
  • Fett: 30 bis 35 Prozent

Eine moderate Reduktion der Kohlenhydratmenge kann postprandiale (also nach dem Essen auftretende) Blutzuckerspitzen abmildern. Wichtiger als die reine Menge ist oft die Auswahl: Lebensmittel mit niedrigerem glykämischen Index sind laut mehreren in der Leitlinie zitierten Studien mit besseren Werten und selteneren Insulinbedarf assoziiert.

Warum das Frühstück eine Sonderrolle spielt

Am frühen Morgen ist die Insulinresistenz am höchsten, der Blutzuckeranstieg nach dem Essen fällt morgens deshalb typischerweise stärker aus als mittags oder abends. Deshalb empfiehlt die Leitlinie, die Kohlenhydratmenge zum Frühstück bewusst geringer zu halten als bei den späteren Mahlzeiten.

Mahlzeitenrhythmus

Empfohlen werden drei nicht zu große Hauptmahlzeiten sowie zwei bis drei kleinere Zwischenmahlzeiten über den Tag verteilt, inklusive einer kleinen Spätmahlzeit mit Kohlenhydratanteil. Diese Spätmahlzeit hat einen konkreten Zweck: Sie beugt einer verstärkten Ketonkörperbildung während der Nacht vor.

Was zusätzlich wichtig ist

  • Ausreichende Zufuhr von Folsäure, Vitamin-B-Komplex, Kalzium, Vitamin D, Magnesium, Eisen und Jod
  • Energiefreie Süßstoffe wie Aspartam sind in der Schwangerschaft im Rahmen der zulässigen Tagesdosen unbedenklich
  • Wöchentliches Wiegen morgens nüchtern, ohne Kleidung, zu Hause, als Orientierung für die Gewichtsentwicklung

Was Bewegung zusätzlich beitragen kann

Ergänzend zur Ernährung empfiehlt die Leitlinie regelmäßige moderate Bewegung, als einfachste Form zügiges Spazierengehen von mindestens 30 Minuten an mindestens 3 Tagen pro Woche. Ein Spaziergang nach einer Hauptmahlzeit kann den Blutzuckeranstieg danach abmildern.

Ein wichtiger Realitätscheck

Studienlage und Praxis liegen hier nicht immer nahe beieinander: Mehrere große kontrollierte Studien zu Ernährung und Bewegung als Präventionsmaßnahme konnten in bestimmten Risikogruppen keine Reduktion der GDM-Häufigkeit nachweisen, obwohl sich andere Werte (etwa Gewichtszunahme, Kaiserschnittrate) verbesserten. Das heißt nicht, dass Ernährungsanpassung wirkungslos ist, sondern dass sie realistisch eingeordnet werden sollte: als wichtigster Baustein der Behandlung nach der Diagnose, nicht als Garantie, GDM von vornherein zu verhindern.

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Ernährungsberatung. Deine konkrete Ernährungsplanung sollte gemeinsam mit deiner Praxis oder einer Ernährungsfachkraft erfolgen.

Quellen

Quellen (Sekundärzitate aus der S3-Leitlinie / DDG-Praxisempfehlung):

  • Shepherd E, Gomersall JC, Tieu J, Han S, Crowther CA, Middleton P. Combined diet and exercise interventions for preventing gestational diabetes mellitus. Cochrane Database of Systematic Reviews 2017, Issue 11, Art. No. CD010443.
  • Dodd JM, Turnbull D, McPhee AJ, et al. Antenatal lifestyle advice for women who are overweight or obese: LIMIT randomised trial. BMJ 2014;348:g1285.
  • Poston L, Bell R, Croker H, et al. Effect of a behavioural intervention in obese pregnant women (the UPBEAT study): a multicentre, randomised controlled trial. Lancet Diabetes Endocrinol 2015;3(10):767–77.
  • Moses RG, Barker M, Winter M, et al. Can a Low-Glycemic Index Diet Reduce the Need for Insulin in Gestational Diabetes Mellitus? A randomized trial. Diabetes Care 2009;32(6):996–1000.

Dieser Beitrag wurde von Bero Klahr mithilfe von KI erstellt und gegen die aktuellen DDG Leitlinien sowie die Sekundärquellen geprüft.