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Was ist Gestationsdiabetes? Ursachen, Risikofaktoren, Diagnose

Bero Klahr

Die Diagnose Gestationsdiabetes trifft die meisten Frauen unerwartet. Oft kommt sie nach einem unauffälligen Schwangerschaftsverlauf und einem Test, der eher wie Routine wirkte. Wer die Diagnose gerade erst bekommen hat, hat meist zwei Fragen zuerst: Wie ist das passiert, und was heißt das jetzt für mich und mein Kind.

Was Gestationsdiabetes ist

Gestationsdiabetes (GDM) bezeichnet eine Glukosetoleranzstörung, die erstmals während der Schwangerschaft festgestellt wird. Der Körper produziert in der Schwangerschaft mehr Hormone, die der Insulinwirkung entgegenwirken, das ist normal und sinnvoll, damit dem Kind ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Bei manchen Frauen kann die Bauchspeicheldrüse diesen Mehrbedarf an Insulin nicht vollständig ausgleichen, wodurch der Blutzuckerspiegel ansteigt.

Wer ein erhöhtes Risiko hat

Laut DDG-Praxisempfehlung gehören zu den bedeutendsten bekannten Risikofaktoren:

  • Übergewicht und Adipositas vor der Schwangerschaft (das Risiko steigt mit jedem Punkt BMI-Zunahme kontinuierlich)
  • Gestationsdiabetes in einer früheren Schwangerschaft
  • Diabetes bei Verwandten ersten Grades
  • Höheres mütterliches Alter
  • Bestimmte ethnische Herkunft, insbesondere aus Süd- und Ostasien sowie dem Mittleren Osten
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

Wichtig zu wissen: Viele Frauen mit GDM haben keinen dieser Risikofaktoren. Deshalb wird allen Schwangeren ein Screening angeboten, unabhängig vom individuellen Risikoprofil.

Wie häufig ist Gestationsdiabetes

Weltweite Studien zeigen stark unterschiedliche Häufigkeiten, abhängig von Bevölkerungsgruppe, Testverfahren und angewendeten Grenzwerten. Die Bandbreite in der Literatur reicht von unter 2 Prozent bis über 20 Prozent aller Schwangerschaften, mit den heute üblichen diagnostischen Kriterien liegen viele Untersuchungen im mittleren bis oberen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Die Häufigkeit ist in den letzten Jahren spürbar gestiegen, teils durch strengere Diagnosekriterien, teils durch eine Zunahme der Risikofaktoren in der Bevölkerung.

Wie die Diagnose gestellt wird

Der Standardweg ist ein zweizeitiges Screening zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche: zunächst ein 50-Gramm-Suchtest, bei auffälligem Ergebnis folgt ein diagnostischer 75-Gramm-oGTT. Bei bestimmten Risikokonstellationen kann bereits im ersten Trimenon ein Frühscreening sinnvoll sein. Wie der oGTT genau abläuft und welche Werte als auffällig gelten, erklären wir im nächsten Artikel im Detail.

Was die Diagnose nicht bedeutet

Gestationsdiabetes ist kein Typ-1- oder Typ-2-Diabetes und in aller Regel eine vorübergehende Stoffwechselveränderung, die mit der Geburt endet. Er bedeutet auch nicht automatisch, dass Insulin nötig wird, die meisten Frauen kommen mit Ernährungsanpassung und Bewegung aus. Was er bedeutet: engmaschigere Kontrolle in der Schwangerschaft und eine sinnvolle Nachsorge danach, weil das Risiko für einen späteren Typ-2-Diabetes statistisch erhöht ist.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu deiner individuellen Diagnose wende dich an deine behandelnde Praxis.

Quellen

Quellen (Sekundärzitate aus der S3-Leitlinie / DDG-Praxisempfehlung):

  • Torloni MR, Betrán AP, Horta BL, et al. Prepregnancy BMI and the risk of gestational diabetes: A systematic review of the literature with meta-analysis. Obesity Reviews 2009;10(2):194–203.
  • Sacks DA, Hadden DR, Maresh M, et al. Frequency of gestational diabetes mellitus at collaborating centers based on IADPSG consensus panel-recommended criteria: The Hyperglycemia and Adverse Pregnancy Outcome (HAPO) Study. Diabetes Care 2012;35(3):526–8.
  • Übrige Risikofaktoren: allgemeiner Konsens aus S3-Leitlinie Kapitel 5 "Risikofaktoren", keine Einzelstudie als alleinige Quelle.

Dieser Beitrag wurde von Bero Klahr mithilfe von KI erstellt und gegen die aktuellen DDG Leitlinien sowie die Sekundärquellen geprüft.