Der orale Glukosetoleranztest (oGTT): Ablauf und Werte erklärt
Der orale Glukosetoleranztest, kurz oGTT, ist der Test, der eine GDM-Diagnose sicher bestätigt oder ausschließt. Für viele Schwangere ist es der unangenehmste Termin im ganzen Screening-Prozess, meist wegen der Wartezeit und der süßen Testlösung. Was während des Tests passiert und wie die Werte einzuordnen sind, ist oft weniger klar als der Ablauf selbst.
Wann der Test gemacht wird
Der reguläre oGTT findet zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche statt. Bei bestimmten Risikofaktoren (zum Beispiel früherer GDM, ausgeprägtes Übergewicht, Diabetes in der Familie) kann bereits im ersten Trimenon eine frühere Abklärung sinnvoll sein, meist über eine Nüchternblutzuckermessung statt eines vollständigen oGTT.
Wie der Test abläuft
Der Test findet nüchtern statt, üblicherweise morgens nach mindestens 8 Stunden ohne Nahrungsaufnahme. Zunächst wird der Nüchternwert gemessen, danach trinkst du eine Lösung mit 75 Gramm Glukose. Blut wird anschließend nach einer und nach zwei Stunden erneut abgenommen. Insgesamt dauert der Termin also rund zwei Stunden, in denen du im Wartezimmer bleiben musst, ohne zu essen oder dich stark zu bewegen.
Welche Werte als auffällig gelten
Nach den aktuellen IADPSG-Kriterien, die die DDG-Praxisempfehlung zugrunde legt, gelten folgende venöse Plasmagrenzwerte:
- Nüchtern: ab 92 mg/dl (5,1 mmol/l)
- Nach 1 Stunde: ab 180 mg/dl (10,0 mmol/l)
- Nach 2 Stunden: ab 153 mg/dl (8,5 mmol/l)
Schon ein einziger dieser Werte über der Grenze reicht für die Diagnose GDM. Liegt der Nüchternwert bei oder über 126 mg/dl beziehungsweise der Zweistundenwert bei oder über 200 mg/dl, kann das auf einen bereits vor der Schwangerschaft bestehenden, bisher unentdeckten Diabetes hindeuten, nicht auf einen klassischen Gestationsdiabetes. In diesem Fall folgen weitere Abklärungen.
Was nach einem auffälligen Ergebnis passiert
Nach der Diagnose folgt in aller Regel ein Termin zur Ernährungsberatung, oft ergänzt durch eine Einweisung in die Blutzuckerselbstmessung. Wie diese Selbstmessung im Alltag aussieht und welche Zielwerte gelten, behandeln wir in einem eigenen Artikel.
Häufige Fragen zum oGTT
Kann ich den Test verweigern?
Das Screening ist freiwillig, es basiert auf informierter Zustimmung. Deine Praxis muss dich vorab aufklären und dir das offizielle Merkblatt aushändigen.
Ist ein einzelner erhöhter Wert schon ein Problem?
Für die Diagnosestellung reicht ein einzelner auffälliger Wert. Für die Frage, wie ausgeprägt die Stoffwechselveränderung tatsächlich ist, spielt danach das gesamte Bild aus Selbstmessungen über mehrere Tage die entscheidende Rolle, nicht der einzelne Testwert.
Muss ich beim zweiten Mal wieder ganz von vorne testen?
In einer Folgeschwangerschaft wird in der Regel erneut gescreent, unabhängig vom Ergebnis der vorherigen Schwangerschaft.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Fragen zu deinem konkreten Testergebnis bespricht du am besten mit deiner behandelnden Praxis.
Quellen
Quellen (Sekundärzitate aus der S3-Leitlinie / DDG-Praxisempfehlung):
- Die genannten Grenzwerte (92/180/153 mg/dl) sind keine Einzelstudie, sondern der IADPSG-Konsensus, wie in der DDG-Praxisempfehlung 2025 (Abb. 2/3) dargestellt.
- Sacks DA, Hadden DR, Maresh M, et al. Frequency of gestational diabetes mellitus at collaborating centers based on IADPSG consensus panel-recommended criteria: The Hyperglycemia and Adverse Pregnancy Outcome (HAPO) Study. Diabetes Care 2012;35(3):526–8. - Grundlagenstudie, auf der der IADPSG-Konsensus beruht.
Dieser Beitrag wurde von Bero Klahr mithilfe von KI erstellt und gegen die aktuellen DDG Leitlinien sowie die Sekundärquellen geprüft.